Bei vielen Unternehmern – egal ob Neugründer oder „Alter Hase“ – stoße ich auf sagen wir gemischte Gefühle. Die Palette reicht von Skepsis über grundlegende Scheu bis hin zu starken Angstgefühlen. Jedem ist dabei klar, dass das Budget ein wichtiger Teil der Unternehmensplanung ist. Dennoch ist den wenigsten klar, wie man dieses Instrument richtig anwendet.
Dabei ist das Budget ein wichtiges Instrument, das Aufschluss über Ihre Firma gibt: Es stellt in Zahlen dar wo Ihre Firma herkommt und wo sie sich hin entwickelt. Mit einem durchdachten Budget planen Sie die nächsten Monate, das nächste Jahr – so planen Sie Ihren Erfolg!
Schreckgespenst Budgetierung
Die Budgeterstellung selbst ist eigentlich etwas ganz Natürliches. So natürlich, dass eine Erklärung eigentlich überflüssig erscheint. Man muss ja nur herausfinden, wo man das Geld ausgeben wird, das man verdient. Das ist alles. Klingt ja ganz einfach, oder?
Bei meinem Unternehmercoaching, der „Nefischer Methode für erfolgreiche Firmenführung“, gehen wir dieses „Schreckgespenst“ gemeinsam an. Am Anfang steht die Erkenntnis, dass ein Budget nicht in Stein gemeißelt ist. Es ist im Fluss, muss ständig an die tatsächlichen Bedingungen angepasst werden.
Grundlagen der Budgetierung
Ist dieser Irrglaube von fixen Zahlen und somit die Angst, „etwas falsch“ zu machen beseitigt, geht es an die Grundlagen:
- Vorbereitung: Sie legen den Budgetzyklus (Planung und Prognose, Überwachung und Management) fest. Sie bestimmen, wer für die Beschaffung von Zahlen und Dokumenten sowie über Kontrolle und Berichterstattung zuständig ist. Sie entscheiden über Zeitspannen, Aufbau und Darstellung Ihres Budgets.
- Planung und Prognose: Das Budget ist eine Mischung aus Projektionen der bisherigen Entwicklungen und Trends und der Vorhersage von wahrscheinlichen Entwicklungen. Ein Beispiel: Sie wissen, wie sich die Fixkosten der letzten Monate entwickelt haben. Daraus lässt sich eine recht genaue Projektion auf die nächsten Monate ableiten. Sie wissen auch, dass die Gewerkschaft bald wieder Gehaltsverhandlungen hat. Aufgrund der letzten Verhandlungsergebnisse treffen sie eine Vorhersage, wie das Ergebnis aussehen könnte. Genau so gehen Sie mit allen Bereichen des Budgets vor. Die notwendigen Zahlen der Vergangenheit entnehmen Sie einfach Ihrer Buchhaltung. Unternehmensgründer müssen die Kosten und Erträge der ersten Monate schätzen. Dann haben auch sie schon die ersten Erfahrungswerte, mit denen sie weiter arbeiten können.
- Überwachung und Berichte: Über Ihre Buchhaltung erhalten Sie laufend Ihre tatsächlichen Ergebnisse. Mittels Budgetabweichanalysen erkennen Sie, ob und um wieviel Ihre Resultate vom Plan abweichen.
- Kontrolle und Management: Mit Budget und Abweichanalysen können Sie Probleme entdecken, bevor sie bedrohlich werden. Sie finden Anhaltspunkte, wie Sie Ihre Firma verbessern können. So können Sie Managemententscheidungen treffen und das Budget gegebenenfalls anpassen.
In fünf Schritten zu Ihrem Budget
- Gewinnvorgaben festlegen: Setzen Sie sich ein Ziel. Bleiben Sie dabei realistisch!
- Wandeln Sie diese Gewinnvorgaben in Ertragsvorgaben um: Addieren Sie dazu das Ziel des Betriebsergebnisses und die Fixkosten und teilen Sie diese Summe durch den Deckungsbeitrag. (Diese Zahlen leiten Sie von den Daten der laufenden Buchhaltung ab!)
- Prognose variable Kosten: Nutzen Sie das Beispiel oben
- Prognose Fixkosten
- Prognose Reingewinn, Anpassung der Vorgaben: Erkennen Sie am Reingewinn, dass die Ziel- und Gewinnvorgaben unrealistisch sind, passen Sie diese Zahlen an. Zweifeln Sie nicht an sich, wenn Sie mehrere Planungsdurchläufe benötigen! Sie werden sehen, mit der Zeit entwickeln Sie auch Ihre Fertigkeit in der Budgeterstellung.
Ich hoffe, Sie können meine Tipps zur Budgeterstellung gut nutzen. Bei Fragen oder dem Wunsch nach Unterstützung vereinbaren Sie einfach ein unverbindliches Beratungsgespräch: info@unternehmertipps.com oder per Kontaktformular.



