Es ist eine traurige Tatsache, dass in den meisten Firmen keine Quantifizierung vorgenommen wird.

Und das kostet diese ein Vermögen!
Sie werden sich fragen, wie dies sein kann, wo doch jeder Unternehmer es gewohnt ist mit Zahlen zu arbeiten, auf Zahlen zu achten und – dem Finanzamt und anderen – immer wieder Zahlen zu liefern. Quantifizierung, so lautet die Antwort, ist mehr als Zahlen. Quantifizierung enthält zähl- und messbare Parameter, erschöpft sich aber nicht darin. Sie geht absichtlich deutlich über das Zähl- und Messbare hinaus.
Durch die Quantifizierung werden sie in die Lage versetzt, den tatsächlichen Zustand ihrer Firma „erfassen“ zu können und ihn nicht mehr bloß „fühlen“ zu können. Dies ist vergleichbar mit einem Check-up beim Arzt. Je besser der Arzt ist, je besser er den Patienten kennt, desto mehr zieht der Arzt neben den messbaren Wert von Blutdruck bis Cholesterinspiegel auch andere und ebenso wichtige Parameter in Betracht. Zumindest tut dies der gute Arzt!
Als Unternehmer befinden Sie sich in derselben Situation.
Für den umfassenden Check-up ihres Unternehmens – wir werden im folgenden stets den Terminus „Quantifizierung“ verwenden – müssen sie zunächst die strategischen Schlüsselindikatoren ihrer Firma entwickeln.
Die strategischen Schlüsselindikatoren haben automatische und vom Unternehmer frei wählbare Elemente.
Die automatischen Elemente sind:
• Umsatz
• Gewinn
Die frei wählbaren Elemente ergeben sich aus dem strategischen Ziel des Unternehmers. Sie können beispielsweise in einer starken Expansion, in der Einnahme einer innovativen Position, in einem von Teamgeist geprägten Arbeitsatmosphäre und anderen Zielen bestehen.
An dieser Stelle müssen wir einem verbreiteten und folgenschweren Vorurteil entgegentreten. Es lautet: Nur exakte Zahlen sind messbar. Alles andere ist subjektiv, mehr oder weniger zufällig und darf deshalb bei einer einer innovativen Position, in einem von Teamgeist geprägten Arbeitsatmosphäre und anderen Zielen bestehen.
An dieser Stelle müssen wir einem verbreiteten und folgenschweren Vorurteil entgegentreten. Es lautet: Nur exakte Zahlen sind messbar. Alles andere ist subjektiv, mehr oder weniger zufällig und darf deshalb bei einer Quantifizierung nicht verwendet werden. Ihre häufige Wiederholung macht diese These nicht richtiger. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Denken Sie beispielsweise an die zahlreichen Sportarten, in denen die Leistung ohne Messungen festgestellt werden: Klassisch sind Turmspringen, Dressurreiten, Bodenturnen, Tanz, dazu gehören aber auch Trendsportarten wie Skaten, Surfen und andere. Auch hier gibt es eine klare Quantifizierung, die direkt zur Entscheidung führt. Zwar werden keine Zahlen gemessen, aber über die Exaktheit, den Schwierigkeitsgrad, den Stil und andere Kriterien wird geurteilt. Meist sind es mehrere Schiedsrichter, von denen jeder sich auf ein Element konzentriert, die ihre Ergebnisse zusammentragen. Und bei den Einschätzungen gibt es stets eine Übereinstimmung darüber, ob die Vorführung gut, normal oder misslungen war.
In ganz ähnlicher Weise sollten Sie regelmäßig ihre „weichen“ strategischen Ziele quantifizieren. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor.
Den obligatorischen Kriterien Umsatz und Gewinn fügen Sie eine Liste Ihrer Schlüsselindikatoren hinzu. Stellen Sie für jeden Indikator die beiden Extreme fest. Beispielsweise hinsichtlich Kundenzufriedenheit ist das eine Extrem: Hohe Kundenloyalität, das andere: extreme Kundenfluktuation. Zwischen den beiden Extremen liegt eine Skala von – 10 über 0 bis + 10. 0 wäre ein Branchendurchschnittswert. Bei – 10 sehen Sie jeden Kunden nur einmal.
In dieser Weise ermitteln Sie für jeden Schlüsselindikator einen Ist-Wert. Wenn Sie diese Wert quartalsweise erheben und sich die Veränderung sichtbar machen, erkennen Sie jede Entwicklung Ihrer Firma. Wie ein guter Arzt beim regelmäßigen Check-up erkennen Sie den Gesamtzustand und dessen Entwicklungen, bevor die Gesundheit tatsächlich gefährdet ist. Dies gilt natürlich auch umgekehrt, wenn Sie auf dem guten Weg sind.

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